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Das müssen Sie wissen, wenn Sie noch eine Lebensversicherung haben

lebensversicherung - risiken und was sie wissen sollten

Aus aktuellem Anlass : heute ist erstmals auch die Verzinsung der 10 – jährigen
Bundesanleihen in den Minus-Bereich geraten. Das heißt : selbst für 10-jährige
deutsche Staatsanleihen erhalten Privatanleger, aber auch Banken und Versicherungen
keine Zinsen mehr! Das hat für Ihre Geldanlagen bei der Bank und für Ihre
Lebensversicherung erhebliche Auswirkungen.
Jahrzehntelang galt das Versprechen: Staatsanleihen und Bankanleihen sind sicher.
Inzwischen ist klar: es gibt diesen sicheren Hafen nicht mehr!

Staatsanleihen

Die Zeiten haben sich geändert. Bis vor wenigen Jahren galt das eiserne Gesetz, dass
Anleihen von westlichen Industrieländern eine sichere Bank sind. Immer mehr Beispiele
zeigen aber, dass auf Staaten als Schuldner kein Verlass mehr ist.
Argentinien und Griechenland gelten hier als Klassiker. Argentinien war pleite, konnte nicht
einmal die Zinsen zahlen und vereinbarte mit fast allen Anleihegläubigern eine
Umschuldung, was  zu erheblichen Verlusten für die Anleger führte. Die Anleger, die nicht
zustimmten, bangen noch heute, ob sie ihr Geld zurück erhalten oder alles verlieren.
Der Schuldenschnitt von 2012 in Griechenland ist der Präzedenzfall innerhalb der EU.
Griechische Staatsanleihen im Wert von gut 200 Milliarden Euro wurden in neue Anleihen
umgetauscht, wobei die Anleger auf über 50 % des Nennwertes verzichten mussten.
Hier waren es zum großen Teil deutsche und französische Banken, die aus Angst vor noch
höheren Verlusten diesen Kapitalschnitt akzeptierten.
Von der Öffentlichkeit wurde das bald vergessen, es betraf ja nur die reichen Banken
und Versicherungen… Aber gerade private Anleger und Kunden, die einem normalen
Fonds, einem Dachfonds oder einer Lebensversicherungsgesellschaft Geld geben sollten
genau wissen, wo es investiert wird. Denn sie werden mit großer Wahrscheinlichkeit
die Leidtragenden sein, wenn ihre bei Banken und Versicherungen angelegten Spargelder
zukünftig vielleicht sogar Verluste einbringen. Denn:

Geldanlagen bei Banken  
Bringt ein Kunde sein Geld zur Bank aufs Sparbuch, Termingeld oder aufs Girokonto,
kauft er Sparkassenbriefe, Bankobligationen oder Zertifikate, wird er zum Gläubiger
der Bank. Diese Papiere sind nichts Anderes als Schuldscheine der Bank.
Und nach den neuen Richtlinien der EU werden zukünftig erst die Eigentümer der Bank
(die Aktionäre) und dann die Gläubiger in Haftung genommen, damit die Steuerzahler
nicht einspringen müssen. Diese Gläubiger werden dann bei einem Bankencrash zur
Kasse gebeten. Bei der Bankenpleite auf Zypern in 2012 wurde das erstmals in der
EU so durchgezogen. Es ist also kein theoretisches Szenario mehr.
Ausgenommen sind so genannte Sichteinlagen, also Girokonto, Sparbuch und Termingeld
bis zu 100.000,- Euro. Aber dafür gibt’s dann halt auch keine nennenswerten Zinsen.

Aber was bedeutet das für Sparer und Inhaber von Lebensversicherungen?
Zahlen Sie noch regelmäßig auf Ihren Lebensversicherungsvertrag ein ?
Das bedeutet erstmal wenig Rendite. Aber okay, dafür ist das Geld ja sicher angelegt…
Denn was haben Staatspleiten und Schuldenschnitte in anderen Ländern mit Ihrer
Lebensversicherung zu tun?

Nun: Lebensversicherungen können ihren Kunden überhaupt nur Renditen ermöglichen,
wenn sie die eingezahlten Kundengelder am Kapitalmarkt arbeiten lassen, um
Zinserträge zu erzielen. Damit dies mit möglichst wenig Risiko geschieht,
müssen große Teile der Kundengelder ( ca. 90 %) in so genannte „mündelsichere“
Geldanlagen investiert werden, also z.B. in Staatsanleihen. Derzeit emittiert der deutsche
Staat aber Bundesanleihen mit Laufzeiten bis zu 10 Jahren mit Minuszinsen.
Die Versicherungsgesellschaft muss also sogar noch Geld draufzahlen, wenn sie diese
Anleihen kauft. Sie braucht aber Erträge, um für die Kunden eine Rendite zu
erwirtschaften und muss ja auch noch die Kosten für Gehälter und Verwaltung decken.
Dafür braucht man höhere Zinsen. Aber selbst mit französischen (0,4 % p.a ) und
sogar spanischen Staatsanleihen ( 1,5 % p.a. für 10 Jahre) ist das unmöglich.
Es muss also Risiko her. Die Versicherungsgesellschaften sind jetzt gezwungen,
auf noch riskantere Staatsanleihen auszuweichen, um ihren Kunden überhaupt noch
irgendeine minimale Verzinsung anbieten zu können. Und wenn es jetzt zu einem
Schuldenschnitt kommt, wird es schmerzhaft für die Kunden mit Lebensversicherungen.

Diese negativen Veränderungen im Risiko-/ Renditeprofil lassen sich seit einigen Jahren
gut beobachten und haben zuletzt an Geschwindigkeit zugenommen. Noch in den
90er Jahren hatten Lebensversicherungen einen Garantiezins von bis zu 4 %.
Der wurde dann ganz gemächlich bis 2014 auf 1,75 % p.a. gesenkt. Dann ging es los:
Seit 2015 gibt es nur noch 1,25 % und auch das bringt die Versicherungen schon in
Bedrängnis. Ab 01.01.2017 wird der Garantiezins auf 0,9 % gesenkt. Und es gibt
bereits ernst zu nehmende Stimmen, die eine völlige Abschaffung fordern, weil die
ersten Versicherungsunternehmen Probleme bekommen, selbst diesen niedrigen
Garantiezins zu erwirtschaften.

Um Eines klarzustellen: es geht mir nicht darum, hier irgendwelche Crash – Szenarien
zu konstruieren. Es ist aber wichtig, über diese Zusammenhänge informiert zu sein.
Dann kann man auch heutzutage sein Geld noch rentabel und sicher anlegen. Aber
das geht nur noch selten bei Banken und auf keinen Fall in einer Lebensversicherung.